Mein Winter-Projekt 2015/16: Multiumbau

  • Ich habe ja schon seit einigen Jahren einen Merkur Multi Ergoline mit den 6 Spielen.
    Anfangs hat mir die Kiste auch Spaß gemacht, aber leider hält der Spielspaß nicht lange bei der Kiste. ;frown
    Die Spiele werden sehr schnell langweilig, das nervige rüber buchen, immer die gleichen Sounds, langweilige Beleuchtung (nur rot?!?) und immer die Angst „Wie lange hält die Datenbank noch?“ ;[
    Das Gehäuse und der Touch-Monitor allerdings gefällt mir immer noch sehr gut, darum hab ich schon lange im Gedanken ein Projekt geplant gehabt und bin schon mittendrinn!

    Ich baue mir aus dem Multi einen eigenen Automaten!
    Nicht eine neue „BookOfRa-Gähn-Kiste“, sondern ich nehme mal den Begriff „Playstation mit Münzgrab“ etwas ernster! Ich baue mir eine Arcade-Kiste!

    Ich will euch natürlich nicht den Umbauvorgang vorenthalten, darum zeige ich euch hier nun alles Schritt für Schritt ;}

    Zu allererst habe ich die untere Scheibe ausgebaut, die Buttons würden da nur stören…
    01-schlachtungbeginnt.jpg

    Auch im inneren fliegt alles, was ich nicht mehr brauche raus… [definition=7]Backpanel[/definition], Grafikkarten, Datenbank, Netzteil, Zulassungskarte, Soundkarte, Kabelbaum, Kabelkanäle…
    02-fastleer.jpg

    Glas… naja, für mein Projekt kann ich die untere Scheibe nicht verwenden. Ich brauche die "Scheibe" aus einem Material, was ich bohren und belasten kann.
    03-scheibeunten.jpg
    Meine Wahl fällt auf Holz, welches auch noch die gleiche Dicke, wie die Scheibe hat.
    Zwar habe ich die Scheiben auch per CAD erfasst, aber ich war diesmal faul und habe die Scheibe als Schablone verwendet und die Umrisse einfach auf das Holz übertragen.
    04-uebertragungaufholz.jpg

    Mit meiner Handkreissäge habe ich dann das Holz ausgeschnitten.
    05-ausgeschnitten.jpg

    Nun kam die Holzplatte in die Tür rein. Den Touchmonitor habe ich auch wieder eingebaut.
    06-eingebautvorne.jpg

    Hier mal der Blick „unter der Haube“. Die Aluwinkel, die die Scheibe früher hielten, halten nun die Holzplatte richtig sicher und fest. Den Monitor habe ich auch um ein Tastenfeld erweitert, denn ohne das [definition=7]Backpanel[/definition] ließen sich sonst die Monitore nicht einstellen.
    07-eingebauthinten.jpg

    Nun, es soll ein PC da hinein! Aber VORSICHT: Der Anstrich im inneren des Automaten ist elektrisch leitend! Würde man das Mainboard oder andere elektrische Teile blank an die Rückseite anschrauben, wäre ein Kurzschluss vorprogrammiert!
    Also habe ich das Mainboard mit Abstandshalter ausgerüstet. So knallt da nichts durch!
    08-abstangmainboard.jpg

    Und da hängt es nun, mein altes Mainboard, aus meinem alten PC.
    Es ist ein i7-Prozessor der ersten Generation und 4GB RAM drauf.
    Ihr wundert euch, warum noch der Münzeinwurf die Taiko-Kasse und der Kabelkanal vorhanden ist?
    Dazu komme ich noch später ;) … noch ist da ja soooo schön viel Platz…
    09-mb.jpg

    Das Mainboard braucht ja auch Energie, also habe ich ein Netzteil eingebaut, welches dank „Kabelmanagment“ übersichtlich und Kabelsalat-Frei bleibt! Hierfür Danke nochmal an Micha! ;hands
    Eine kleine passiv gekühlte Grafikkarte und 2 selbstgebastelte ADP>VGA Adapter kamen noch dazu.
    10-mbplusnetzteil.jpg

    Nun habe ich 2 CF-Karten-Laufwerke installier. Auf diesen Karten werden später die Spiele abgelegt.
    Eigentlich wollte ich auch eine der Karten als Boot-Laufwerk verwenden, aber leider lassen sich die CF-Karten nicht auf NTFS formatieren und laufen nur als FAT32. 11-spielespeicher.jpg

    Ich habe einen 4GB-Speicherriegel verbaut und lasse ein 32Bit-System drin takten. Darum ist der nutzbare RAM auf 3,5GB beschränkt. Die Auslagerungsdatei, die das System aber anlegen möchte beträgt das 1,5-fache vom RAM. Also in diesem Fall 5,25GB… FAT32 hat aber eine 4GB-Dateigrößenbeschränkung… Von Hand lies sich das leider nicht ändern, da beim Hochfahren immer zig Fehlermeldungen kamen (Auslagerungsdatei zu klein oder beschädigt blahblah).
    Viel verlorene Zeit… und XP war mit dem Touch auch nicht so die richtige Wahl.
    12-xpsetup.jpg

    Zum Glück hatte ich noch eine unbenutzte 2TB-HDD hier rumliegen, die ich als Reserve für meinen Home-Server gekauft hatte.
    Sieht nun schon etwas chaotischer aus, aber der frei rumhängende USB-DVD-Brenner ist nur für das Setup angeschlossen ;}
    12-win7setup.jpg

    Grundsystem ist nun installiert und der Doppelmonitor eingerichtet! Beide Monitore laufen mit einer Auflösung von 1280x1024 und sind „virtuell“ vertikal miteinander verbunden.
    14-doppelscreen.jpg

    Natürlich musste auch erst mal der Touchscreen kalibriert und getestet werden! ;)
    Der verbaute Touch-Controler läuft mit dem Standart M3TochWare-Treiber.
    13-touchtest.jpg

    Hatte ich vorhin nicht noch so schön viel Platz? Es war ein mal ;frown
    Der ADP-Lautsprecher ist übrigens am „PC-Speaker“ Anschluss (für die BIOS-Beep-Codes) verbunden.
    15-mehrhardware.jpg

    Ein Arcade wird mit Joysticks und Feuerknöppe bedient… also brauche ich ein Pult!
    Hier habe ich mal die Oberfläche entworfen:
    16-dashboard.jpg

    Und nun ist auch klar, warum ich die Glasscheibe durch die Holzplatte ersetzt habe!
    17-db1.jpg

    In Glas lassen sich Winkel so schlecht reinschrauben und von der Belastung mal ganz zu schweigen!
    Ein Langloch dient später als Kabeldurchführung!
    18-dashboard2.jpg

    Um später bei geschlossener Tür eine Tastatur oder ein USB-Stick (z.B. mit Musik) anschließen zu können, habe ich einen externen USB-Port eingebaut.
    19-usb.jpg

    Unten soll man ja das Kabelchaos nicht sehen können, also kommt da auch ein Deckel drunter!
    20-boxzu.jpg

    Mal nebenbei angemerkt… es entstand eine gewaltige Menge Dreck und Staub ;frown ;tölf
    Habe leider keine Keller wo ich sägen oder werken kann und auf dem Balkon erzählen mir die Nachbarn was anderes, wenn ich da mit der Handkreissäge rumhantiere ;)
    21-vieldreck.jpg

    Ich konnte es nicht abwarten… Ich MUSSTE einfach mal sehen, wie das so wirkt, wenn Joysticks und Taster eingebaut sind.
    22-passtest.jpg
    Und von unten…
    23-innenpasstest.jpg

    2 billig 0815-Joypads habe ich hierfür gekauft und geschlachtet. Die zwei Analog-Sticks verraten die Position, wo noch der Rest der Platinen hängt ;) Ich brauche ja nur die 4 Digital-Richtungen und die Aktionstasten.
    24-ersterkabelsalat.jpg

    Die Joypads wurden also auf das nötigste reduziert ;}
    25-geschlachtetejoysticks.jpg

    ====== Weiter geht es im nächsten Beitrag ;} ======

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  • So, nun ging es in die Tiefen der Technik… Ich sagte ja „Playstation mit Münzgrab“ (wie ich auch gerne die Multigambler abwertend bezeichne), aber ein „Scheinefresser“ kommt auch rein!
    Der Taiko leuchtet und blinkt so schön, den wollte ich jetzt nicht aufgeben.

    Aus diesem Grund habe ich mich mal etwas intensiver mit der Datenübertragung auseinander gesetzt.
    Die Daten, die in die Verschlüsselungsplatine gehen, waren mir einfach zu kompliziert.
    Darum habe ich die Platine abgezogen und ein Lauschadapter zwischen gesetzt und den Datenverkehr zwischen Taiko und Verschlüsselungsplatine abgehorcht.
    So war ich in der Lage, den Taiko OHNE Automat aber mit einem PC zu steuern!

    Es war nun Zeit, für den ersten Anstrich! Die dämliche Farbe braucht ewig zum trocknen und bis der Anstrich endlich „matt“ ist, dauert es fast 4 Tage… Nie wieder lösungsmittelfreie Farbe!
    Ach ja, ich habe die Ecken und Kanten der Box nun auch mit einer Schleifmaus schön eben und glatt geschliffen. Meine "Sägekünste" mit der Handkreissäge sind nicht die besten ;tölf

    Die Farbe trocknet und so ging ich auf das „Münzgrab“ los! ;)
    Der verbaute Prüfer war ein serieller und verschlüsselter Prüfer… der gleiche „Spaß“ , wie mit der Taiko-Verschlüsselungsplatine? Nein Danke! Ich habe mir einen G-40.0611 und den dazu passenden ZickZack-Turm organisiert! Der Prüfer hat einen parallelen Anschluss und ist somit leichter zu handhaben. Keine Komplizierte Verschlüsselung!

    Die ganze Geld-Geschichte steuert später ein ArduinoUNO, darum habe ich mir für jede Komponente einen passenden Adapter gebaut. So wie hier der vom Münzprüfer:

    Die Auswerfer vom Münzturm bedient der Arduino über eine Relais-Karte direkt. Die Turm-Elektronik habe ich komplett von den Auszahlmagneten getrennt. Von der Turm-Elektronik werde ich später nur die Lichtschranken verwenden. Hier mal meine ganze Geld-Verwaltungs-Elektronik.
    Ich habe fast nur ADP-Steckverbinder und Kabel verwendet ;}

    Und hier mal der gesamte Aufbau. So wie es da steht, funktioniert auch alles!
    Geldscheinerkennung, Münz-Erkennung, Auswurf… alles gesteuert über nur einen USB-Anschluss!

    Taiko, Münzturm und Adapter kamen nun ins Gerät. Langsam wird es verdammt eng da drinn.
    Die Kassenrutsche passt leider nicht mehr, da der ZickZack-Turm andere Auswürfe am Rand hat, als der verbaute Profitech-Turm. Diese Rutsche befördert abgewiesene Münzen in die Auszahlschale und Münzen aus dem Überlauf in die Kasse.

    Der Kabelkanal ist mittlerweile wieder richtig voll und ich musste für die Auszahlspulen zusätzlich ein 24V-Netzteil einbauen. Die Spulen ziehen 5 Ampere!
    Praktischerweise hat das Loch für das Toplight genau den richtigen Durchmesser, um einen 80x80 Lüfter da drauf zu montieren, das auch die warme Stauluft abgezogen wird.

    Kleine Änderungen musste ich noch an meinem Arduino-Shield vornehmen. Fast alle Ports sind nun belegt.

    Bis ich eine passende Kassenrutsche aufgetrieben habe, tun es auch erst mal übergangsweise ein paar passend gesetzte Winkel. Die vorhandene Rutsche wurde dafür etwas verkürzt.
    Sieht nicht schön aus, aber es funktioniert! Aber zum Glück ist schon eine passende Rutsche unterwegs!

    Das PC-Netzteil passt leider nicht bündig unten in den WT310-Schacht, darum hängt das Netzteil genau auf der Kante. Damit die warme Abluft nicht ins Gerät zieht, habe ich mit stabilen Alu-Klebeband (nein, das ist KEIN Gaffa!) die Verbindung nach unten abgedichtet.
    Die warme Abluft strömt also wie im originalen nach unten raus.

    Nun geht es an die obere Scheibe… die halben Risiko-Leitern sehen nicht wirklich toll aus.
    Ich habe die obere Scheibe mittels CAD erfasst. Auch die Aussparungen für den Münzeinwurf und dem Taiko dürfen nicht fehlen!

    Ich bin froh, das ich einen Folien-Plotter und reichlich Folien habe!
    Zwar kann ich „nur“ 29,5cm breit plotten, aber zweitteilig ist auch nicht so schlimm!

    Auf Glas kann man die Oracal-Folie herrlich blasenfrei und millimetergenau „nass verkleben“!

    Kiste-In-Black! Ok, wegen dem Blitz sieht man leider, das unten „nur“ gestrichen wurde.
    Ohne Blitz fällt das aber nicht auf, wenn man davor steht. Ich habe am Abschnitt vom Holz mal versucht, wie die Folie darauf wirkt. Leider sieht man dann deutlich die Maserung und halten tut es auch nicht wirklich.

    So ganz in Schwarz sieht mir die Kiste zu langweilig und depressiv aus.
    Also kommt nun Farbe ins Spiel!

    Ein Schriftzug und ein paar Motive sollen die Front etwas aufpeppen!
    Im TS und per Live-Video habe ich mit Micha die Farben und die Position der Motive abgesprochen.
    Ich habe für so was nicht gerade ein gutes Händchen ;)

    Die Motive sind nun drauf und schon wirkt die Kiste nicht mehr Langweilig!
    Nun zieren Pac-Man, einer der Geister, Mario, ein Space-Invader, ein Pikachu (aus der ersten Gameboy-Version), Donkey Kong und ein Frogger-Auto die Front.

    Die Tasten und das Pult bleiben natürlich auch nicht „nackt“.
    Auch hier war ich mit meinem Plotter wieder aktiv!

    Natürlich darf die beliebte „MusikBox-Software“ von Zen Point nicht fehlen! ;}
    Aktuell kommt der Ton aus 2 AktivBoxen, die oberhalb des Gerätes angebracht sind, aber da das Mainboard auch einen digitalen Audio-Ausgang hat, wird bald meine Hifi-Anlage mit daran hängen.

    Ich kann diese Software wirklich nur empfehlen! Auf einem Doppelmonitor-Gerät kommt die richtig gut rüber! Musikvideos werden zum Beispiel auf dem oberen Bildschirm wieder gegeben.

    Und hier nun der aktuelle Stand! Unten läuft gerade das Amiga-Spiel "Jump 'n' Roll".

    Es sind noch zwei Taster („Menü“ und „Exit“) dazu gekommen, da ich die für mein Software-Launcher brauchen werde.
    Diese Software, die auch die Geld-Geschichte steuert und die Spiele starten wird, schreibe ich selber.
    Die Spiele selbst lasse ich z.B. auf Mame für die klassischen Arcade und WinUAE für die Amiga-Spiele laufen, da ich diese Emulatoren mit Script-Befehlen starten kann!

    Das Hintergrundbild auf dem oberen Monitor habe ich zusammengebastelt, basierend auf den alten Merkur-Multi-Logos, immerhin ist ja auch ein Großteil der Technik von ADP!
    Hoffentlich lässt sich ADP mal dazu inspirieren, auch mal Multi-Arcade-Geräte zu bauen, mit Spielen, die uns damals in den Spielotheken gefesselt haben. Oder wie in meinem Fall, die wir gerne gespielt hätten, denn ich durfte in diese Hallen noch nicht rein … war da noch keine 18.
    Ach wär das schön, dann hätte ich auch ein Reiz in Spielotheken zu gehen ;)

    Na ja, wie dem auch sei. Ich bin noch lange nicht fertig! Viele Kleinigkeiten sind noch nicht fertig und einiges ist noch in Planung! Demnächst werde ich hier dann weiter berichten und auch ein Video werde ich dazu noch drehen ;}
    Also bis dahin! ;hands

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  • hehe gerne ;)
    Aber noch bin ich erst zur Hälfte fertig ;} ;hands

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  • Jo, Video ist geplant, aber erst wenn mein gewisses Extra fertig ist, geht der dreh los ;film

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