Das Erstellen einer Platine nimmt einiges an Zeit in Kauf.
Hier mal ein Beispiel, wie eine Platine in Handarbeit erstellt wird:
Zu allererst wird ein Layout erstellt, dies nimmt den größten Teil der Zeit in Anspruch.
Das kann von ein paar Stunden bis zu mehreren Wochen dauern...
So sieht ein fertiges Layout im Editor aus:
Die ersten "Platinen" werden noch auch Papier gedruckt und nochmal kontrolliert, ob sich diverse Fehler eingeschlichen haben.
(Abstände, Leiterbahnkreuzungen, Lötaugen...)
Nach dem "Korrekturlesen" kann nun das fertige Layout auf Folie gedruckt werden.
Zwecks benötigtem harten Kontrast beim Belichten (durchscheinfest) muss die Folie zweimal bedruckt werden:
Leider verrutscht die Folie manchmal im Drucker und man erzeugt sich so ein unbrauchbares "3D-Bild" (verschwommen)
Der Druck wird begutachtet, ob die beiden Druckbilder exakt aufeinander liegen.
Die Folie wird nun in den Belichter eingelegt.
Nun wird die Schutzfolie, die unbeabsichtigtes belichten verhindern soll, abgezogen.
Der Platinenrohling wird nun genau auf die Folie sauber aufgelegt.
Nun der Belichtungsvorgang... (Die Belichtungszeit ist ein Betriebsgeheimniss
- irgendwas geheimes müssen wir ja haben ;tölf)
Jetzt kommt der gefährlichste Part: Die Entwicklung...
Der Entwickler hat's in sich... Schutzhandschuhe sind dabei AUF JEDEN FALL erforderlich!
Die Entwicklung selbst geht sehr schnell:
Die Platine ist nun fertig entwickelt und muss nun noch schnell abgespült werden, da der Entwicker runter muss!
Hier die belichtete und gespülte Platine
Jetzt wird die Platine für das Ätzen vorbereitet, sie wird in den Halterahmen gespannt.
... und rein damit.
Die überschüssige Kupferbeschichtung wird nun weggeätzt:
Hier war die Platine nur kurz im Säurebad:
Die Säure ätzt nun die Bereiche weg, die nicht vom Toner der Folie vor dem UV-Licht geschützt war:
Die Platine im Säurebad:
Die Platine im Säurebad, von hinten beleuchtet. Man erkennt sehr gut was schon abgelöst wurde:
Hier die Platine, kurz bevor der Ätzvorgang beendet ist:
und hier die fertig geätzte Platine:
Noch eine Kontrolle, ob nicht doch noch ein paar Leiterbahnen verbunden sind (wenn zu wenig geätzt wurde).
Die Säure muß nun noch abgewischt werden, nicht das die Platine noch weiter ätzt und die Leiterbahnen verschwinden.
Mit Stahlwolle wird nun die Fotoschicht, die das Kupfer von der Säure geschützt hat, entfernt:
Hier sieht man nun die schön glänzende Kupferschicht:
Die überstehenden Kanten des Platinenrohlings werden nun abgeschnitten... das kann man mit den unterschiedlichsten Utensilien machen...
Ein sauberer und vor allem passgenauer Schnitt:
Als nächstes muss die Platine gebohrt werden... jedes ... einzelne Löchlein.
Oftmals auch mit unterschiedlichen Lochdurchmessern, das heist Bohrer umspannen und die entsprechenden Löcher suchen:
Der erste Taster sitzt:
Die weiteren Löcher wurden hier nun gebohrt und die Platine wurde weiter bestückt:
So weit so gut, fast fertig!
Die Bauteile sind nun alle gesteckt und können verlötet werden:
Jeder einzelne Taster hat seinen Platz und das alles passgenau:
Nun werden die Bauteile alle angelötet:
Nach dem Löten wird noch kurz "durchgepiept", ob man versehentlich eine Brücke gezogen oder einen Pin nicht richtig verlötet hat:
FERTIG!!! Die Platine ist nun einsatzbereit (und kann in diesem Fall eingebaut werden)
Belichtet, entwickelt, geätzt, gereinigt, geschnitten, gebohrt, bestückt, verlötet und durchgepiept... und sehr oft zwischengeprüft!
... und diese Platine hat vom ersten bis zum letzten Bild gute 2,5 Stunden gebraucht!
Die Planungszeit und Erstellung des Layouts sind darin, wie schon erwähnt, nicht enthalten!
Ich danke für eure Aufmerksamkeit und schaut demnächst wieder herein!
... oh man... beim nächsten mal mache ich doch besser wieder ein Video
Hatte die Cam nur bei fraehnky zu Hause unterm Schreibtisch liegen gelassen
Aber nun wisst ihr, wie eine Platine in Handarbeit in der Einzelanfertigung erstellt wird ![]()